Sodbrennen in der Schwangerschaft

Im Verlauf einer Schwangerschaft leiden vier von fünf Frauen an Sodbrennen. Insbesondere in den letzten 3 Schwangerschaftsmonaten treten die unangenehmen, durch Magensäure verursachten Schmerzen besonders häufig auf. Warum dies so ist und mit welchen einfachen Hausmitteln Sie die Schmerzen schnell lindern können, erfahren Sie im folgenden Teil unseres Ratgebers.

Warum entsteht Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Das Auftreten von Sodbrennen in der Schwangerschaft hat meist mehrere Gründe. Eine Ursache ist der veränderte Hormonspiegel ab Beginn der Schwangerschaft. Eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Hormone sorgt dafür, dass das Muskeln und Gewebe weicher werden, sodass die Gebärmutter in der Bauchhöhle leichter wachsen kann. Dadurch lässt gleichzeitig aber auch die Spannung des Speiseröhrenschließmuskels nach. Die Magensäure kann dadurch ohne einen großen Widerstand überwinden zu müssen, in die Speiseröhre gelangen.

Der zweite Grund ist die wachsende Gebärmutter selbst. Wenn das Baby im Laufe der Schwangerschaft immer größer wird, werden die inneren Organe von der Gebärmutter verdrängt und der Druck auf den Magen steigt. Der erhöhte Druck sorgt dafür, dass der geschwächte Schließmuskel den Übergang vom Magen in die Speiseröhre nicht mehr dicht verschließen kann.

Insbesondere in den letzten drei Monaten einer Schwangerschaft sorgen die Bewegungen des Babys immer wieder für einen erhöhten Druck auf den Magen, sodass der Mageninhalt oft in kurzen Schüben in die Speiseröhre gedrückt wird.

Ist Sodbrennen in der Schwangerschaft gefährlich?

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist für die betroffenen Frauen eine sehr unangenehme Begleiterscheinung. Ein Grund zur Sorge ist Sodbrennen in dieser Zeit im Allgemeinen jedoch nicht. Sodbrennen stellt weder für das ungeborene Kind noch für die Mutter eine Gefahr dar. Wenn Frauen nicht schon vor der Schwangerschaft unter häufigem Sodbrennen gelitten haben, wird es nach der Geburt von alleine wieder abklingen.

Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft gibt es eine ganze Reihe von wirksamen und für Mutter und Kind unbedenklichen Hausmitteln. Nicht jedes dieser Hausmittel hilft jedoch bei jeder Schwangeren gleich gut. Manchmal müssen erst mehrere ausprobiert werden, bevor das für einen selbst am besten wirksame Hausmittel gefunden wird. Als besonders effektiv gelten die folgenden Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft:

  • Stilles Wasser ohne Kohlensäure

Vielen Schwangeren hilft es, bei leichtenm Sodbrennen ein Glas lauwarmes Wasser ohne Kohlensäure schluckweise zu trinken. Das Wasser spült die Magensäure aus der Speiseröhre und verdünnt die Säure im Magen, sodass die Beschwerden meist schnell abklingen.

  • Ungesüßter Tee

Viele Schwangere schwören bei Sodbrennen auf einen ungesüßten Kamillentee, den sie lauwarm und schluckweise trinken. Kamille enthält entzündungshemmende Substanzen, die die angegriffene und gereizte Speiseröhre schnell beruhigen. Die Flüssigkeit verdünnt zusätzlich die Magensäure, sodass das Sodbrennen nach einer Tasse Kamillentee schnell wieder verschwindet. Ebenfalls empfehlenswert sind andere Kräutertees beispielsweise Eibisch- oder Schafgarbentee. Nicht geeignet ist schwarzer Tee. Das in schwarzem Tee enthaltene Teein kann einen empfindlichen Magen zusätzlich reizen.

  • Kaugummi kauen

Nicht wenige sind verblüfft, wenn sie erfahren, dass Kaugummikauen bei Sodbrennen helfen kann. Durch das Kauen eines Kaugummis wird der Speichelfluss im Mund angeregt. Der Speichel spült die aufgestiegene Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen und hilft so die Beschwerden zu lindern. Wichtig für die Wirkung ist, dass Sie einen zuckerfreien Kaugummi verwenden. Auch Menthol oder Pfefferminze sollte nicht im Kaugummi enthalten sein. Besser geeignet sind Frucht-Kaugummis.

  • Nüsse, Mandeln und Haferflocken

Bei Sodbrennen hilft oft schon eine kleine Menge Nüsse, beispielsweise Haselnüsse oder Cashewkerne, die gut gekaut geschluckt werden. Den gleichen Effekt können Sie mit ein paar Mandeln erreichen. Nüsse und Mandeln enthalten zwar viel Fett, auf der anderen Seite aber auch viele Mineralien, die helfen, überschüssige Magensäure zu neutralisieren. Ebenso kann ein Teelöffel voll Haferflocken die Beschwerden bei Sodbrennen schnell lindern. Nüsse, Mandeln und Haferflocken sollten immer nur in geringen Mengen verwendet werden, da sonst der Effekt wegen des hohen Fettgehaltes ins Gegenteil umkehren kann.

  • Samen und Kerne

Genauso wirksam wie Nüsse oder Mandeln sind Sonnenblumen oder Kürbiskerne bei Sodbrennen. Jeweils einen Teelöffel Kerne zu einem feinen Brei zerkaut geschluckt, hilft die Magensäure zu neutralisieren und das Sodbrennen zu lindern.

  • Natron

Natron zählt zu den am häufigsten verwendeten Hausmitteln gegen Sodbrennen. Natron ist beispielsweise in Backpulver enthalten. Ein Teelöffel Backpulver in lauwarmem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken neutralisiert schnell die überschüssige Magensäure und lindert so das Sodbrennen.

  • Bananen

Bananen enthalten sehr viel Stärke und zudem viel Kalium. Beides hilft, überschüssige Magensäure zu neutralisieren, sodass die Beschwerden schnell nachlassen. Für schwangere Frauen wird der Verzehr von maximal zwei bis drei Bananen täglich bei Sodbrennen empfohlen.

  • Heilerde

Heilerde ist ebenfalls ein wirksames und rein natürliches Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft. Heilerde ist fein gemahlener Löß, eine in vielen Regionen vorkommende Lehmart. Allerdings sollten Sie vor der Einnahme von Heilerde in der Schwangerschaft mit ihrem Arzt sprechen, ob dieses Heilmittel für Sie wirklich geeignet ist.

  • Kieselerde

Kieselerde enthält sehr viel Silizium, die überschüssige Magensäure bindet und neutralisiert. Kieselerde wird häufig bei Sodbrennen in der Schwangerschaft empfohlen. Als natürliches Heilmittel soll Kieselerde für Mutter und Kind unbedenklich sein. Kieselerde erhalten Sie rezeptfrei in Reformhäusern, Drogeriemärkten oder in der Apotheke.

  • Kartoffeln und Kartoffelbrei

Kartoffeln und Kartoffelbrei enthalten viel Stärke, die überschüssige Magensäure neutralisieren kann. In der Schwangerschaft sollten Sie immer nur gekochte Kartoffeln bei Sodbrennen verzehren. Kartoffelsaft aus rohen Kartoffeln ist wegen der manchmal darin enthaltenen Alkaloide nicht empfehlenswert.

Wie lange kann das Sodbrennen in der Schwangerschaft anhalten?

Bei manchen Frauen beginnt das Sodbrennen, bedingt durch hormonelle Änderungen, bereits am Anfang der Schwangerschaft und endet erst wieder nach der Geburt. Ab dem vierten Monat und insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft können bis zu 80 % der Frauen von Sodbrennen betroffen sein. Auch in diesen Fällen legt sich das Sodbrennen erst wieder nach der Geburt des Kindes.

Sollte man bei Sodbrennen in der Schwangerschaft zum Arzt gehen?

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist zwar eine sehr unangenehme, aber vollkommen normale Begleiterscheinung. Selbst häufig vorkommendes Sodbrennen ist in der Schwangerschaft auch für Frauen, die vor der Schwangerschaft keine Probleme mit Sodbrennen gehabt haben, nicht ungewöhnlich und kein Anlass, sich Sorgen zu machen. Falls die bewährten Hausmittel keine Linderung bringen, kann und sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, bevor Medikamente eingenommen werden. Nur ein Arzt kann die tatsächliche Ursache für das Sodbrennen feststellen, daraus eine geeignete Therapie ableiten und gegebenenfalls eine Behandlung mit für Schwangere unbedenklichen Medikamenten empfehlen.